04.02.2010

Dunkle Schatten[5]

Gerade ist die alte Widersacherin Azariel Scharlachkraut entwischt, da geht es weiterhin Schlag auf Schlag: Therisia deutet mit weit offenem Mund in eine dunkle Ecke und sinkt daraufhin ohnmächtig zu Boden. Bei den anderen herrscht Verwirrung vor und Hjaldor will erst mal raus, doch er schafft es nicht die Tür zu öffnen, immer wieder verschwindet der Knauf in seinen Händen. Greven, der etwas kälter zur Sache geht, merkt ebenfalls schnell, dass etwas faul ist, denn Goldmäulchen ist nicht der, der er zu sein scheint – dann merkt es auch Firnwulf, am Ende stimmt auch die wieder erwachte Therisia zu, dass alles an diesem Zimmer “falsch” ist. Doch was ist es? Eine Illusion, ein Traumbild, etwas völlig anderes?

Dann zeigt sich auch der Verantwortliche zu erkennen – zuerst nur als vermummte Gestalt aus flirrender Luft, gegen die Hjaldors Angriffe keine Wirkung haben. Jeder versucht auf seine Weise gegen dieses Trugbild anzukämpfen – egal ob im Gespräch, mit einem Zauber, seinem Zorn oder seinem Glauben – und Firnwulf und Therisia gelingt es kurz, bis in die Wirklichkeit vorzudringen – bis zum Verursacher, der in der realen Welt gerade mitten zwischen den steifen Körpern umhergeht: Xeraan!

Doch erst als alle zusammen versuchen, das Traumbild zu sprengen, muss er sich geschlagen geben und verschwindet – aber nicht ohne etwas mitzunehmen: Goldmäulchen! Schnell sind die Helden sich einig, ihren Gefährten aus den Händen dieses Scheusals zu befreien und so schnell es die Zeit (und eine kurze magische Analyse) zulässt, machen sie sich auch schon auf den Weg – Greven beschafft der Gruppe noch 3 Pferde, die notwendig sind, auch wenn die Besitzer sie sicher vermissen werden… Und zu Sonnenuntergang machten sich die dunklen Schatten auf: An der Misa entlang, um einen Weg über den Fluss zu suchen. Es dauert auch nicht allzu lange, bis man im Halbdunkel auf einen kleinen Trupp stößt, der ein Flößer Lager bewacht – den Göttern sei Dank sind es Kaiserliche, und noch erstaunlicher: Einer der Soldaten – Waran – kennt Firnwulf… Nun, man trifft eben überall die versprengten Bürger und Kämpfer Ysilias…Auch wenn man auf der Suche nach Xeraan ist, ist es doch auch interessant, dass Azariel ebenfalls hier über die Misa gesetzt hat – und Dank Firnwulf konnte auch die Gruppe noch in der Nacht den Fluss überqueren…. In dieser Nacht setzten die Dunklen Schatten zum ersten Mal einen Fuß nach Xeraanien!

Irgendwann ist es auch Zeit zum Rasten – zu anstrengend waren die letzten Tage und die nächsten werden wohl auch kein Zuckerschlecken. Die Helden einigten sich auf Ilsur als nächstes Ziel. Greven schien wohl eine Möglichkeit zu haben, mithilfe seiner Schale und etwas Wasser Kontakt zu Goldmäulchen aufzunehmen… und er sah ein Bild: Ein wunderschöner, friedlicher See, erfüllt von göttlicher Harmonie, und davor Goldmäulchen und Xeraan…Was hatte Xeraan vor? Wozu brauchte er Goldmäulchen? Greven war kaum wider zu erkennen – kein Wunder, immerhin war es sein innigster Freund, der gefangen gehalten wurde… doch warum wandelte sich die anfängliche Angst dann zu Faszination oder … gar zu etwas Anderem?

Firnwulf meinte, die heiligen Quellen der Peraine zu erkennen – und die lagen in Ilsur – die Gruppe hatte also das richtige Gespür. 5 tage dauerte die Reise quer durch diesen teil Schwarztobriens, und auch, wenn das Land sich kaum gewandelt hatte, spürte man eine Veränderung. Entlang der Küste waren des Öfteren Wasserleichen zu sehen und einmal sah Hjaldor durch sein Fernrohr eine leibhaftige Dämonenarche auf der See – ungleich größer, als die, die sie in Ysilia bekämpft hatten. Der Blick der Götter auf diesen Landstrich war verklärt – zu viel war hier in den letzten Monden und Jahren vorgefallen.

Vor den Stadtmauern Ilsurs war keine Spur von feindlichen Truppen, aber das Land ringsum war verheert – wie schlimm musste die Zeit der Belagerung auf der Stadt gelastet haben? Und so war es nicht erstaunlich, dass die Helden die ersten freundliche gesinnten Menschen waren, die an die Stadttore klopften – und ebenso verständlich war das Misstrauen der Leute. Die Helden erklärten sich bereit, sich nach Dämonen Malen untersuchen zu lassen und Firnwulf wurde gebeten, eine Seelenprüfung abzulegen… Doch als die Geweihte vor die Tore Ilsurs trat, war das nicht mehr notwendig… Ungläubig starten die beiden sich an, bevor sie sich vor Freude weinend und lachend in den Armen lagen… Thesia, Firnwulfs Schwester hatte alle Unbilden des Krieges überlebt und in Ilsur Zuflucht gefunden!

Die beiden hatten natürlich viel zu bereden, und so ließ man sie alleine, doch nach einigen Stunden drängte vor allem Greven darauf, das Heiligtum zu besuchen und nach Spuren Xeraans zu suchen. Die Quellen der Peraine waren wirklich ein heiliger Ort, ein Platz des Friedens und der Ruhe, ein Ort, an dem man begreifen konnte, wofür man kämpft und wogegen die Heptarchen stehen. Wie ein Spiegel zu den Seelen der ehrfürchtig staunenden Helden lag der See mit den Quellen vor ihnen, und der eine oder andere mochte einen Blick auf sein Inneres Selbst erhascht haben.

Greven spürte Goldmäulchens Nähe zum Greifen nah, und Firnwulf erzählte von der Grotte, unter diesem See, in die sich Thesia beim Angriff der Feinde geflüchtet hatte…Hjaldor meinte, dass er gerade etwas gespürt hatte - “etwas” würde passieren, und in seinen Augen sah man, dass “Etwas” kaum positiv sein würde…Schnell die einen, etwas vorsichtiger und ehrfürchtiger die anderen tauchten die Gefährten in den heiligen See… immer tiefer, und vor Ihnen… zwei Gestalten: Xeraan und Goldmäulchen. Und dann nur noch der Blick auf eine große Halle, gefüllt mit blinkendem Gold und wertvollsten Schätzen, darin ein kleiner, goldener Drache, lachend und weinend zugleich, da er vergessen hatte, wer Greven war…

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